Jan 20 2011

Ursache und Wirkung

Veröffentlicht by . Filed under: Doktorarbeit

Wenn ich mir überlege, was für Kritiken ich bei meinen Veröffentlichungen bekommen habe, dann stellt sich mir doch die Frage, wie solch eine Studie so eine Aufmerksamkeit erlangen kann. Da behaupten doch tatsächlich zwei Harvard-Studenten, dass Google die Suchergebnisse manipulieren würde. Ich will gar nicht auf das Ergebnis eingehen, weil ich das weder bekräftigen möchte noch es entkräftigen möchte. Es geht mir nur um die Methodik.

Die beiden “Forscher” haben neben der Sortierung der Suchergebnisse untersucht, wie oft auf die entsprechenden Links geklickt wurde. Golem schreibt dazu:

Nun wollten die Forscher wissen, ob dieses Ranking auf die Qualität der angezeigten Treffer zurückzuführen oder einer eingebauten Voreingenommenheit geschuldet ist. Dazu untersuchten sie über vier Wochen die Click-Through-Rate (CTR) zweier unterschiedlicher Quellen für Suchergebnisse von Google, Yahoo und Bing.

Und jetzt das überraschende Ergebnis: Die Benutzer klicken i.d.R. die ersten Treffer häufiger an. Wenn allerdings Google-Dienste an dieser Stelle stehen (was bei der Suche nach email, etc. der Fall ist), dann werden andere Links häufiger geklickt. Die Begründung der Forscher klinkt erstmal logisch:

Das würde den Schluss nahelegen, dass die Nutzer die weiter unten stehenden Ergebnisse bevorzugen – stark genug, um den Effekt des höheren Rankings der mit dem jeweiligen Suchmaschinenanbieter verbundenen Websites zu überwinden.

Allerdings ist die Schlussfolgerung nicht logisch. Denn dieser Effekt wird mit einer wahrscheinlichen Manipulation der Suchergebnisse begründet. Viel wahrscheinlicher ist aber vielleicht, dass Google seine eigenen Dienste über die Navigation an der oberen Seitenleiste anbietet und die Benutzer, für die Google relevanter wäre, erst gar nicht suchen. Ich bin auf der Google-Seite zumindest noch nie auf die Idee gekommen, nach den Diensten zu suchen, da sie ja schon verlinkt sind. Warum zweimal klicken, wenn es einmal geht.

Ein klassischer Fall von “fail”! Da wurde eine offensichtlich nicht objektive Maßgröße zur Überprüfung einer These herangezogen.

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  1. Michion 21 Jan 2011 at 12:17 pm

    Den gleichen Gedankengang hatte ich beim Lesen des Golem-Beitrags auch,
    das Ergebnis halte ich auch für nicht nachvollziehbar.

    Die Studie macht eher den Eindruck einer unsauber durchgeführten Untersuchung.

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